In Österreich wird ein erfolgreiches Ausbildungsprojekt im Pflegebereich weitergeführt. Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ) setzt auch 2026 die Heimhilfe-Ausbildung für aus der Ukraine geflüchtete Menschen fort. Das Modell kombiniert Deutschunterricht mit fachlicher Qualifizierung und zeigt beeindruckende Ergebnisse: Der Großteil der bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist bereits beruflich integriert.
Bereits im Jahr 2025 nahmen 22 Personen – darunter 21 Frauen und ein Mann – an dem Ausbildungsprogramm teil. 19 von ihnen stehen heute im Berufsleben, vor allem im stark nachgefragten Pflegebereich. Anfang Jänner 2026 ist nun ein weiterer Lehrgang mit 24 ukrainischen Geflüchteten gestartet.
Arbeit und Sprache gemeinsam lernen
Das Besondere an diesem AMS-Projekt ist der kombinierte Ansatz: Spracherwerb und berufliche Ausbildung laufen parallel. Durch Teamteaching und Teamcoaching mit deutsch- sowie ukrainisch- bzw. russischsprachigen Trainerinnen und Trainern wird das pflegefachliche Wissen direkt mit dem notwendigen Fachvokabular verknüpft.
AMS-NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern betont:
„Arbeit ist der beste Sprachkurs. Mit diesem Ansatz ist es gelungen, über 80 Prozent der Teilnehmenden erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren und gleichzeitig dringend benötigte Pflegekräfte auszubilden.“
Neuer Kurs im Jänner gestartet
Der aktuelle Lehrgang begann am 7. Jänner und wird in Zusammenarbeit mit dem Verein Tralalobe sowie der Sozialberufeakademie Wienerwald durchgeführt. Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein Mindestalter von 18 Jahren sowie Deutschkenntnisse auf dem Niveau A2. Die Ausbildung dauert 18 Wochen, die Kosten von rund 75.000 Euro werden vollständig vom AMS getragen. Im laufenden Kurs sind 23 der 24 Teilnehmenden Frauen.
Nach Abschluss der Ausbildung legen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine kommissionelle Prüfung zur Heimhelferin bzw. zum Heimhelfer ab. Praktika in Pflegeeinrichtungen ermöglichen anschließend oft einen nahtlosen Übergang in ein fixes Arbeitsverhältnis.
Hoher Bedarf an Pflegekräften in Niederösterreich
Der Personalbedarf im Pflegebereich in Niederösterreich wächst weiterhin stark. Zwischen 2021 und 2025 stieg die Zahl der offenen Stellen für diplomiertes Pflegepersonal um über 50 Prozent, bei nicht diplomiertem Pflegepersonal um knapp 47 Prozent. Aktuell sind beim AMS NÖ 136 offene Stellen für Heimhelferinnen und Heimhelfer gemeldet.
AMS investiert massiv in Pflegeausbildung
Das AMS sieht sich als zentralen Motor in der Qualifizierung für Pflegeberufe. Allein 2025 starteten 1.350 Jobsuchende in Niederösterreich mit Unterstützung des AMS eine Ausbildung im Pflegebereich – von der Heimhilfe bis zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege. Für 2026 rechnet das AMS mit rund 1.400 geförderten Pflegeausbildungen.
Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage zeigen sich auch bei ukrainischen Geflüchteten positive Entwicklungen. Laut AMS ist die Zahl der Arbeitsaufnahmen aus der Betreuung des AMS NÖ im Jahr 2025 um rund 40 Prozent gestiegen, die Zahl der unselbständig Beschäftigten sogar um 30 Prozent.

